Wenn sich Wohnraum verändert, braucht es Dialog.

Denn jede bauliche, wirtschaftliche oder soziale Entwicklung betrifft nicht nur Gebäude, sondern immer auch die Menschen, die darin leben.

Ob bei Aufteilungen, Modernisierungen, Nachverdichtungen oder Verwertungen. Überall, wo bestehender Wohnraum in Bewegung gerät, entsteht Gesprächsbedarf.

Hier setzt das Prinzip von Raum und Dialog an. Es verbindet die fachliche Planung mit dem sozialen Verständnis des Wohnens.

Ein vorausschauend geführter Dialog über den Raum, also über Wohnungen, Häuser und Nachbarschaften, kann dabei helfen, Verständnis und Akzeptanz zu fördern und ablehnende Haltungen abzubauen.

Es braucht einen ehrlichen Umgang mit allen Beteiligten, um Vorbehalten, Unsicherheiten oder Ängsten zu begegnen. Nur wenn es gelingt, Projekte im Austausch und möglichst im Kompromiss mit den bestehenden Strukturen, den Mietparteien und dem Umfeld zu entwickeln, kann Vertrauen wachsen.

Wenn die Vorteile eines Vorhabens erkennbar werden, etwa durch die Aufwertung von Wohnungen, durch verbesserte Wohnumfelder oder durch neue Nutzungsmöglichkeiten, entsteht ein Mehrwert für alle.

Es braucht daher eine klare Kommunikation der planerischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Frage nach Ausgewogenheit, wenn Projekte in den bewohnten Raum eingreifen.

Am Anfang jedes Projektes steht der Raum und der Dialog darüber, wie er sich verändern darf!

Als Grundlage allen Handelns dient eine offene und auf Vertrauen angelegte Kommunikationskultur. Frühzeitige und verlässliche Information schafft Orientierung und legt die Basis dafür, dass Entwicklungen mit breiter Akzeptanz verlaufen können.

Ziel ist es, ein Selbstverständnis des Dialogs auf Augenhöhe mit allen Beteiligten zu fördern, mit Eigentümern, Mietparteien, Verwaltungen und Nachbarschaften.

Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei das Erwartungsmanagement. Verbindlichkeit, Kompromissbereitschaft, aber auch die Grenzen des Möglichen sollten von Beginn an deutlich gemacht werden.

Ehrliche Gespräche über Chancen, Vorteile und auch über unvermeidbare Beeinträchtigungen schaffen Vertrauen und Verlässlichkeit.

Ein klar strukturierter Rahmen für Information und Austausch verhindert falsche Erwartungen.

Oft lohnt sich die Kombination verschiedener Formen des Dialogs. Von der persönlichen Ansprache über schriftliche Information bis hin zu gemeinsamen Gesprächen im Haus oder im Quartier.

Eine transparente Kommunikationspraxis fördert Verständnis, Mitverantwortung und das Bewusstsein für gemeinsame Ziele.

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Für Kommunikation, Dialog und Beteiligung gibt es praxiserprobte Erfolgsfaktoren

Der Umgang mit Bürgerinnen, Anwohnerinnen, Bewohner*innen und anderen Interessengruppen im Rahmen eines Wohnungsbauprojektes, soweit er über die formellen Verfahren hinausgeht, kann wesentlich zur Vertrauens- und Akzeptanzbildung beitragen. Wer frühzeitig, transparent und verbindlich kommuniziert, schafft Orientierung und verhindert falsche Erwartungen. Ehrliche Gespräche über Chancen, Vorteile und auch über unvermeidbare Beeinträchtigungen bilden die Grundlage für tragfähige Verständigungen.

Konflikte im bewohnten Bestand sind selten rein technisch oder rein rechtlich. Sie berühren Interessen, Erwartungen und Lebensrealitäten. Strukturierter Dialog bedeutet, diese Ebenen sichtbar zu machen und Gesprächsfähigkeit zu erhalten.

In gerichtlichen Verfahren wird eine rechtliche Frage entschieden. Das Verfahren folgt klaren prozessualen Regeln und dient der Klärung von Ansprüchen.

Ein strukturierter Dialog im Sinne der Konfliktlösung setzt an einer anderen Stelle an. Er fragt nach Interessen, Hintergründen und möglichen Verständigungen jenseits einer reinen Rechtsentscheidung. Ziel ist nicht die Durchsetzung einer Position, sondern die Suche nach tragfähigen Lösungen im bewohnten Bestand.

Ehrlichkeit schafft Vertrauen und Vorteile, aber auch Beeinträchtigungen offen ansprechen.

Neubauprojekte, Nachverdichtungen oder Aufstockungen haben oft negativ empfundene Auswirkungen für Mieter*innen sowie für Anwohner*innen, welche sich je nach Vorhaben unterscheiden. Bauträger*innen sollten den Sorgen der Bürger*innen vor bevorstehenden Veränderungen und Beeinträchtigungen offen begegnen. Ein Verschweigen der erwartenden Auswirkungen, wie Baulärm, Verschattung, Wegfall von Parkplätzen oder erhöhte Mieten nach einer Modernisierung schaden auf lange Sicht einem Projekt. Es muss möglich sein, offen über potenzielle Konfliktfelder und Nachteile eines Bauprojekts zu sprechen und zu diskutieren. Ebenso wichtig ist es aber auch, gegenüber den Teilnehmenden zu vermitteln, dass die Veränderungen, trotz der Beeinträchtigungen, auch Vorteile beinhalten und zusätzliche Qualitäten in ein Bauprojekt bringen. Denn die Baumaßnahmen führen meist auch zu deutlichen Aufwertungen im Stadtteil, wie die Gestaltung von Freiflächen, der Ausbau der Infrastruktur oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

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Selbstverpflichtung

Die amb agentur für mieter und bauherren gmbh versteht sich als dialogorientierter Ansprechpartner im bewohnten Bestand. Grundlage der Arbeit ist ein respektvoller, sachlicher und wertschätzender Umgang mit allen Beteiligten.

In der Arbeit der amb ist kein Raum für Ausgrenzung, Herabwürdigung, Hass oder Gewalt. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Nationalität, Sprache, Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, sexueller Identität, Alter, Behinderung oder sozialer Stellung wird nicht akzeptiert. Die amb begegnet allen Menschen unabhängig von ihrer persönlichen Lebenssituation mit Respekt und Offenheit. Ziel ist es, Gesprächsräume zu schaffen, in denen unterschiedliche Interessen gehört, eingeordnet und auf sachlicher Grundlage vermittelt werden können. Die amb strebt an, Dialoge so zu gestalten, dass sie von Fairness, gegenseitiger Achtung und einer konstruktiven Gesprächskultur getragen sind. Diese Haltung versteht sich als fortlaufende Selbstverpflichtung im täglichen Handeln.

Vernetzung und Haltung

Die amb ist in Berlin mit unterschiedlichen Akteuren rund um das Thema Wohnen im Austausch. Dazu zählen unter anderem Initiativen und Gesprächsformate wie der Runde Tisch der Liegenschaften, Wohnungsnot stoppen sowie weitere Initiativen, die Menschen unterstützen, die in Wohnungsnot geraten sind.

Berlin ist geprägt von einer vielfältigen Landschaft an Interessen, Initiativen und Sichtweisen. Diese Vielfalt wird wahrgenommen und als wichtig erachtet. Zugleich ist klar, dass es nicht möglich ist, alle Meinungsströmungen vollständig abzubilden oder jedem Anspruch gerecht zu werden.

Die amb versteht ihre Rolle nicht als parteiliche Interessenvertretung einer Seite. Ziel ist es vielmehr, eine sachliche Kommunikationsbrücke zwischen unterschiedlichen Perspektiven zu bilden. Grundlage hierfür ist die Verbindung aus wirtschaftlicher Mediation, fachlicher Praxis im bewohnten Bestand sowie fundierter Weiterbildung in der Haus- und Grundstücksverwaltung und der Immobilienwirtschaft.

Vor diesem Hintergrund sucht die amb den Dialog, um unterschiedliche Sichtweisen einzuordnen, Gesprächsfähigkeit zu erhalten und Verständigung zu ermöglichen, ohne Positionen vorzugeben oder Lebensrealitäten zu bewerten.

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